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AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Hautnah am Traumjob

In kleinen Gruppen konnten sich die Schülerinnen und Schüler selber als Landschaftsarchitekten versuchen.

Einblicke in die Arbeitswelt am Berufsinfotag

 

Gegen 500 Schüler der zweiten Oberstufe des Bezirks Meilen erhielten am Berufsinfotag in 85 Betrieben der Region Live-Einblicke in die Berufswelt. Die Jugendlichen hatten die Wahl aus ganz unterschiedlichen Jobs.
Köchin, Detailhandelsfachmann, Laborantin, Maurer, Coiffeuse, Kaufmann, Zeichnerin, Gärtner, Restaurantionsfachfrau… 56 verschiedene Berufe konnten die 14- und 15-Jährigen am Berufsinfotag Ende Januar näher kennenlernen.

Anschauungsunterricht direkt am Objekt

So zum Beispiel den Beruf des Landschaftsarchitekten oder der Landschaftsarchitektin. Die Lehrlingsbetreuerin Claudia Winterberg vom mehrfach preisgekrönten Landschaftsarchitekturbüro raderschallpartner ag in Meilen und ihr Lehrling Loris Theus hatten neun aufmerksame und interessierte Zuhörer.
«Der Landschaftsarchitekt macht die Skizze, der Zeichner die Pläne dazu» erklärten sie. «Dabei muss man viele Vorschriften und Regeln zu beachten, die je nach Gemeinde wieder anders sind. So etwa betreffend Aufbauten beim Asphaltbelag oder Pflanzabstände zum Nachbargrundstück. Dem Bauherrn sollte das Projekt möglichst mit Visualisierungen oder Arbeitsmodellen veranschaulicht werden, während die Bauunternehmer auf sehr detaillierte, technische Angaben angewiesen sind.» Gut spürte man die Freude und den Stolz der beiden, diesen Beruf gewählt zu haben.
Gemeinsam verliess danach die Gruppe mit den beiden Berufsleuten das warme Büro und geht zur Schiffsstation Meilen hinunter. Dort konnten die Jugendlichen das soeben vorgestellte Projekt, die Seeanlage in Meilen, besichtigen und dabei all die kleinen Details kennenlernen, auf die ein Zeichner zu achten hat. Auf Grund der Pläne hatten sich die Jugendlichen die Seeanlage viel grösser vorgestellt.

Selber probieren gilt

Zurück im Büro, teilte Claudia Winterberg die Schüler in Dreiergruppen ein. Jede Gruppe erhielt einen genauen Situationsplan und sollte nun eine eigene Variante der Seeanlage zeichnen. Nach anfänglichem Zögern legen sich die Jugendlichen ins Zeug: «Hier kommt ein kleines Fussballfeld hin!» – «sicher nicht, da muss man ja ständig den Ball aus dem See fischen.» «Dann lieber eine grosse Schaukel mit Absprung direkt in den See.» Immer ernsthafter wurde geplant, diskutiert und gezeichnet.
Auch wenn der allergrösste Teil der Arbeit am Computer stattfindet, müssen Zeichnerinnen der Fachrichtung Landschaftsarchitektur viele verschiedene Materialien ganz konkret kennen lernen und in die Hände nehmen. Auch die Pflanzenkunde und das Freihandzeichnen sind wichtig.

Weg von der ewiggleichen Hitparade
Jugendliche vor der Berufswahl haben oft schon eine Art innere Hitparade der Berufe im Kopf. Am Berufsinfotag, der bereits zum zweiten Mal vom Forum Berufsbildung und dem biz Meilen organisiert wurde, konnten sie ihre Vorauswahl (oder Vorurteile) überprüfen und Neues kennenlernen. In kleinen Gruppen lernten sie sowohl ihre Wunschberufe als auch unbekannte und unterschätzte Berufe kennen. Fast immer konnten sie auch direkte Erfahrungen machen und mit den Materialien und Arbeitsmitteln der Berufsleute hantieren.

Termin für Schnupperlehre vereinbart

Auch die Berufsbildner, also Lehrlingsbetreuer, schätzen den Berufsinfotag sehr: «Die Jugendlichen waren interessiert, stellten Fragen und haben gut mit angepackt», sagten die meisten. Einige besonders interessierte Jugendliche nutzen die Chance und vereinbarten sogar direkt einen Termin für eine Schnupperlehre ab.
Am abschliessenden Apéro im biz, zu dem sämtliche teilnehmenden Betriebe und Schulen eingeladen warn, betonte der Meilemer Kantonsrat Hanspeter Göldi die Chancen, die eine Berufsausbildung bietet: «Beim Erlernen eines Berufes geht es nicht nur um die Erwerbsfähigkeit, sondern auch um die Entwicklung der Persönlichkeit, von Selbstvertrauen und Selbstwert.» Nach einer Berufslehre stehen sehr viele Wege offen, sei es in der höheren Berufsbildung, an Fachhochschulen oder via Passarelle an Universitäten.

Hardmeier

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    Nach drei erfolgreichen kulinarischen Abstechern in die Dominikanische Republik, nach Thailand und Senegal folgt am Donnerstag, 2. März um 18.30 Uhr ein Zwischenhalt in Eritrea. Das Essen kostet rund 20 Franken ohne Getränke. Eritreische Köchinnen aus Meilen sorgen für eine weitere Überraschung! Eine Reservation (helene.iff@hotmail.com) ist unbedingt notwendig, da die Platzzahl beschränkt ist. Guten Appetit!