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AZ Meilen · Amtliches, obligatorisches Publikationsorgan der Gemeinde Meilen
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Charly’s Tante kommt an den Zürichsee

Lisi (Lotty Siegrist, links), die Haushälterin im Junggesellenhaushalt, und Ella (Katherine Ruoss), die Nichte von Charly’s richtiger Tante.

Première am 24. März, Vorstellungen bis 2. April

 

«Charly’s Tante»: Wohl kaum einer, der diesen Schwank, der auch verfilmt wurde, nicht kennt. Die Theatergruppe Bergmeilen hat sich nun an eine eigene Inszenierung gewagt. Souverän, wie ein Augenschein im Gasthof Löwen zeigt.
Der Probensonntag im Februar gehört zur Theatergruppe Bergmeilen wie der Vorhang zur Bühne. An diesem Tag wird erstmals in der Kulisse, in den Kostümen und geschminkt geprobt. Dabei darf auch mal die Perücke verrutschten oder die Herrenhose unter dem Rock von Charly’s Tante hervorlugen.

Männli oder Wybli?

Die falsche Tante wird gespielt von Mike Büttikofer. Der Meilemer gehört seit zwei Jahren zur Theatergruppe und schlüpft dieses Mal in Frauenkleider, um seinen zwei Freunden Charly (Jürg Iten, neu) und Hans (Hansueli Müller) aus der Patsche zu helfen. Für seine Frauenrolle nahm er Sprachunterricht bei einem professionellen Stimm- und Sprechtrainer. Trotzdem sagt Mike Büttikofer: «Die hohe Stimmlage strapaziert mich, und der schnelle Wechsel zwischen weiblichem und männlichem Agieren fordert mich.»
Auch im Stück fragt er sich einmal, ob er denn nun «Männli» oder «Wybli» sei. Nicht nur die Stimmlage zeichnet die falsche Tante von Charly aus, auch weibliche Gesten und Gangart gehören natürlich dazu. «Bewege dich mehr aus der Hüfte heraus, und denk an eine Diva», rät Regisseur Ruedi Widtmann während der Probe und ruft einen Moment später begeistert «Bravo!» Der Regisseur hat Mike Büttikofer bewusst für diese Travestierolle ausgewählt, weil er die Physiognomie und Sensibilität für die Doppelrolle mitbringt.

Die (vermeintliche) Tante aus Argentinien
Das Stück «Charly’s Tante» stammt aus der Feder des Briten Brandon Thomas und erschien 1892. Es wurde mehrfach verfilmt; im deutschsprachigen Raum u.a. mit Heinz Rühmann (1956) und Peter Alexander (1963). Die Theatergruppe Bergmeilen führt die deutsche Fassung von Wolfgang Kraus auf, die von Ernst Johannes Krapf und Katharina Seiler bearbeitet und auf die Theatergruppe adaptiert wurde.
Die drei verliebten, nicht mehr ganz jungen Künstlerfreunde Charly, der Schriftsteller, Hans, der Bildhauer, und Fredy, der Schauspieler (Mike Büttikofer), leben nah beieinander. Charly und Hans in der gleichen Wohnung. Sie kommen finanziell mehr schlecht als recht über die Runden. Doña Luçia d’Alvarez (Barbara Zimmermann) aus Argentinien, die Tante von Charly, will nun am Zürichsee sesshaft werden und kündigt einen Besuch an. Dieser kommt Charly und Hans gerade recht, denn sie wollen ihren beiden Herzensdamen, Anni (Francesca Carabelli) und Karin (Gisela Brodbeck), ihre Liebe gestehen. Am besten in Gesellschaft der Tante und im Rahmen eines Essens.
Doch kurzfristig verschiebt Doña Luçia ihren Besuch. Was nun? Ein Ersatz muss her! Der Schauspieler Fredy wird dazu überredet, und damit beginnen die Turbulenzen. Und wenn dann die echte Doña Luçia d’Alvarez mit Ella (Katherine Ruoss), der Angebeteten von Fredy, doch noch eintrifft, ist das Chaos perfekt!

Besondere Herausforderungen
Die Herausforderungen für die Theatergruppe Bergmeilen sind dieses Jahr einerseits die Bekanntheit des Stücks, auch als Verfilmung, und andererseits, dass es sich um einen Schwank handelt. Dieses Genre ist volkstümlicher, oft derber als eine Komödie und stellt einen höheren Anspruch ans Spiel der Darstellerinnen und Darsteller. «Jede Haltung, jeder Gang muss punktgenau kommen, damit die Pointe nicht vergeben wird», erklärt Ruedi Widtmann. Ebenso ist er überzeugt davon, dass bei einem Vergleich von Film und Theater die Bühne verliert, und er zitiert aus «Die Sternstunde des Josef Bieder»: «Am Schlimmsten sind die Kenner, die alles mit ihrer Erinnerung vergleichen, die alles genau so haben wollen, wie sie meinen, dass es so sein muss!»

Vorverkauf ab Montag
Tickets sind ab dem 27. Februar erhältlich unter www.theatergruppe-bergmeilen.ch, bei der Drogerie Roth, Dorfstrasse 84, sowie telefonisch unter 044 923 20 09 (Montag und Donnerstag, 9.00 bis 11.00 Uhr).
Première von «Charly’s Tante» ist am Freitag, 24. März im Gasthof «Löwen». Weitere Aufführungen: Sonntag, 26. März und Donnerstag, 30. März, bis Sonntag, 2. April. Vorstellungsbeginn um 20.00 Uhr, sonntags um 17.00 Uhr.
Abendkasse, Türöffnung und Theaterbeizli jeweils eine Stunde vor Spielbeginn. Die Plätze sind nummeriert und kosten 25 bzw. 10 Franken (Kinder bis 16 Jahre).


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